MT "Böhlen / 14. Oktober 1976   


 
      
 
 
 
  
 
 
 
 
 

                                                                                              

 

 

     
                        
 
 
 
 
 
 
Am Donnerstag, 14. Oktober 1976 um 17.00 Uhr MEZ meldete der MT "Böhlen" auf der Position 48 Grad 10,7' Nord und 05 Grad 11,8' West, an der nordfranzösischen Küste, Höhe Ushant, Seenot auf Grund schwerer Brecher über Deck und Aufbauten, Wassereinbruch und Schlagseite.
Der um 17.25 Uhr zwischen Brest Radio und dem Schiff zustande gekommene Funkkontakt brach um 17.30 Uhr MEZ plötzlich ab. Das Schiff ist 18.00 Uhr MEZ gesunken. Der MT "Böhlen" befand sich auf der Fahrt von Bajo Grande (Venezuela) nach Rostock.
Zum Zeitpunkt des Schiffsunglücks tobten vor der Nordwestküste Frankreichs heftige Stürme. Das Aussetzen der Rettungsboote wurde durch den hohen Seegang außerordentlich erschwert.
Dank intensiver Such -und Bergungsarbeiten konnten im Unglücksgebiet elf Besatzungsmitglieder gerettet werden. Der staatliche französische Seenotrettungsdienst hatte alle erforderlichen Vorkehrungen getroffen, damit die Sucharbeiten trotz der komplizierten Witterungsbedingungen auch nachts und über einen längeren Zeitraum hinweg durchgeführt werden konnten.
In ununterbrochenem Einsatz haben französische Seenotrettungsschiffe, Marineflugzeuge und Hubschrauber, unterstützt von dem DDR‑Frachter "Bernburg" und "Sonneberg" und weiteren in unmittelbarer Nähe befindlichen Schiffen aus Norwegen, den Niederlanden und der BRD, die das Unglücksgebiet in der Biskaya systematisch absuchten. Heftige Stürme und starker Wellengang stellten hohe Anforderungen an die Besatzungen der Bergungsschiffe. Obwohl alles Menschenmögliche zur Rettung der 35 köpfigen Besatzung des MT "Böhlen" sowie der mitreisenden beiden Ehefrauen getan wurde, blieb die weitere Suche seit Freitagmorgen  ohne Erfolg. Es wurden keine Überlebenden mehr gefunden.
16 der Verunglückten konnten nur noch tot geborgen werden. Angesichts der Aussichtslosigkeit weiterer Bemühungen um die Rettung noch Überlebender wurden die Sucharbeiten am 17. Oktober morgens eingestellt.
 
 
                             
 
 
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